Die Mysore-Methode

DIE „MYSORE-METHODE“

 

Die Mysore-Methode ist die Essenz des Ashtanga Vinyasa Yoga Systems. Der Name bezieht sich auf die Stadt in Südindien in der der Gründer Sri K. Pattabhi Jois für über sechzig Jahre unterrichtet hat und wo dessen Tochter, Saraswathi, und sein Enkel, Sharath Jois, die Tradition heute fortführen. 

 

Schüler*innen in einem Mysore-Raum wird die Ashtanga-Sequenz durch eins-zu-eins-Instruktion beigebracht. Die erste Klasse eines/r neuen Schüler*ins wird üblicherweise ca. 45 - 60 Minuten dauern und hauptsächlich aus Surya Namaskara (den Sonnengrüßen), evtl. den ersten stehenden Positionen und den letzten drei Schlusshaltungen bestehen. Der*die Schüler*in sollte dann am nächsten Tag bzw. so bald wie möglich wiederkommen und diese Praxis wiederholen. Der nächste Teil der Sequenz wird dann unterrichtet wenn der Übende das bisher Erlernte selbständig wiederholen kann und sich etwas Stabilität auf diese Weise eingestellt hat. Dieser methodische Zugang ist sicher und effektiv.

 

Einige verbreitete Missverständnisse der Mysore-Style-Praxis sind, dass diese nur etwas für fortgeschrittene Schüler*innen sei, die die Abfolge der Haltungen bereits kennen und dass man jung, flexibel und stark sein müsse. Beides ist nicht wahr! 

In einer typischen Mysore-Klasse praktizieren Schüler*innen allen Niveaus angemessen an ihre individuellen Bedürfnisse. Es ist ein ideales Lernumfeld für absolute Beginner*innen, weil ihnen so eine eins-zu-eins-Betreuung ermöglicht werden kann. Anstatt alle Schüler*innen in derselben Weise zu unterrichten, kann der Lehrende die Praxis auf die individuellen Bedürfnisse von jedem Einzelne*n zuschneidern. Fortgeschrittene Schüler*innen  werden deshalb unterschiedliche Instruktionen je nach ihrem Level erhalten. Anfänglich benötigen die Schüler*innen viel Hilfe, aber mit der Zeit entwickeln sie Unabhängigkeit und werden zusehends selbständiger.

 

In der Regel ist es in einem Mysore-Raum sehr ruhig. Typischerweise hört man nur den Atemsound der Übenden  und die gelegentlichen verbalen Instruktionen des Lehrenden. Diese Stille bietet die Möglichkeit einer tieferen Konzentration und erlaubt den Schüler*innen sich selbst mit ihrem momentanen Befinden zu konfrontieren.

 

Ashtanga Yoga ist eine Praxis, die sehr regelmäßig ausgeübt wird. Denn erst wenn man sich die Sequenz merken kann und sich zwischen den Haltungen bewegen kann ohne darüber nachzudenken was als Nächstes kommt, ist man in der Lage die tieferen Vorteile der Methode zu erfahren.

 

 

LED-KLASSEN

 

Traditionell wird einmal pro Woche eine „Led-Class“ abgehalten. In einer Led-Class führt der Lehrer die Schüler*innen durch die Erste Serie indem er jedes Vinyasa in Sanskrit durchzählt. Typischerweise wird keine andere Anweisung gegeben. Es ist wichtig für die Schüler*innen die hauptsächlich Mysore-Style üben einmal pro Woche eine Led-Class zu besuchen. Indem sie sich erlauben durch das geleitet zu werden was bereits eine vertraute Sequenz und von ihnen verlangt wird jedem Vinyasa so zu folgen wie es der*die Lehrer*in zählt, können gewohnheitsmäßige Muster erkannt und verändert werden wenn es nötig ist. 

 

Led-Klassen sind nicht ideal für first-time-students, da keine Anweisungen gegeben werden und die Klasse in einer hohen Geschwindigkeit gehalten wird. Beginner sind dennoch willkommen teilzunehmen, allerdings werden sie gestoppt und es wird von ihnen erwartet sich zu setzen wenn der Lehrer es für angemessen hält. Es ist besser für die Schüler*innen bereits eine zeitlang Mysore-Klassen zu besuchen um die Sequenz zu lernen bevor sie an einer Led-Class teilnehmen.